In 10 Tagen zur Bikinifigur

mein erster Bestseller

Auszug aus  „In 10 Tagen zur Bikini-Figur, dank Salat!“:

„Es muss Tag zwei gewesen sein, auf dieser Höllen-Inseln, die in Fachkreisen nur Maaaalleeee gegrölt wird. Den Salat vom Abendbüfett hatte mir mein mehr als treudoofer Freund Matthias, den ich bis jetzt nur noch nicht abgeschossen hatte, weil ich Angst hatte, er würde sich daraufhin das Leben nehmen, liebevoll auf dem Teller drapiert.

Die Szene schoss mir durch den Kopf,  wären mir schon lange nur noch Galle aus der Speiseröhre quoll. Die ersten zwei Stunden war mir der Urinstein am Grunde der Kloschüssel noch unangenehm aufgefallen. Mittlerweile sah ich vor lauter Tränen nur noch verschwommen auf mein aus gespienes Übel. Naja, wenigstens hast du nicht noch Durchfall bekommen, beruhigte ich mich, kurz bevor mein Magen beunruhigend grummelte und weniger dezent ankündigte, dass nun das andere Ende der Fahnenmasten ebenfalls erreicht sei… Ich möchte dazu anmerken, das nicht vieles unangenehmer ist als bei 30 Grad in seinen eignen Durchfall reihern zu müssen, weil einfach keine Zeit zum spülen bleibt…

… am elften Tag unsere 14-tägigen Reise war ich leer. Emotional, denn Matthias hatte es tatsächlich geschafft durch seine bedingungslose Liebenswürdigkeit und sein Verständnis noch weiter in meinem Ansehen zu sinken.

Und auch körperlich. Dort war nichts zurück geblieben, was mir hätte einen Funken Energie spenden können. Auf dem Fußboden vor dem Klo kauern streckte ich meine Hände nach dem etwa 3 Meter entfernten Bett im Nebenraum aus, den ich nun schon einige Tage nicht mehr von innen gesehen hatte und robbt dort hin, zog mich hoch. Dabei streifte mein Blick den Spiegel und verriet mir zwei Dinge:

  1. Alle Farbe war aus meinem Gesicht gewichen ­– toller Sommerurlaub. Ein Junkie vor seinem goldenen Schuss wäre das blühende Leben gegen mich
  2. Ich war schlank!!! Ich musste mindestens 8 Kilo ausgekotzt haben…

…Ich konnte mein Glück kaum fassen. Endlich die Strandfigur nach der ich mich seit meinem zweiten Lebensjahr sehnte. In eng geschnürtem Bikini und viel zu großer Shorts verließ ich mein Zimmer, um den Strand zu erobern. Leider versagte mein wunderschöner Körper auf der ersten Treppe Richtung neues Leben. Wie ein dürres Stöckchen holz brach ich erst zusammen und mir dann Treppe runterfallend das Bein. Kurz bevor ich mich in eine länger währenden  Ohnmacht begab umspielte ein Lächeln meine Lippen, denn ich war voller Hoffnung – im Krankenhaus würde es bestimmt Salat als Beilage geben. Was ich doch für ein schlankes Glückskind war…

HEULSUSE, ZICKENTERROR, QUASSELSTRIPPE

…kaum jemandem würde einfallen, bei diesen und ähnlichen Begriffen einen Mann involviert zu sehen – höchstens als willenloses Quasselstrippen-Opfer. Denn in einem waren sich Forscher immer einig: Im Durchschnitt haut Frau täglich wesentlich mehr Wörter raus und dem Mann auch gerne um die Ohren. ABER: dem aufmerksamen Leser ist nicht entgangen, die verlinkte Seite stammt aus dem Jahr 2007. Die Überschrift: “Mythos widerlegt: Frauen und Männer reden gleich viel”. Ja aber hallo?!? Hat das denn keiner mitbekommen? Warum nicke auch ich immer noch, wenn Frauen als gedankenüberflutete Labertaschen und Männer als schweigsame Lufthirne klischeeiert (Achtung – Eigenkreation) werden? Vielleicht, weil unsere Alltagsrealität nicht immer mit wissenschaftlichen Erkenntnissen konform geht. In der Untersuchung ballerte der gesprächigste Mann sogar 47.000 Wörter raus. Und ich weiß auch woher er die genommen hat. Von dem, der nur 500 sprach! Wir können jetzt genau zwei Dinge tun: 1. Das nächste Mal, wenn ein Mann seine Schweigsamkeit mit den Worten: “Naja, Frauen sind halt Quasselstrippen”, zelebriert, nicht viele Worte verlieren: “Stimmt nicht, guck hier!” reicht. (Dabei mit einem wissenden Grinsen den Link oben öffnen) 2.Und wir können unsere Alltagsrealität überdenken. Damit das nicht gleich zu einer Sinnkrise führt, am besten klein Anfangen. Und zwar hiermit: Sprache ist ein soziales Phänomen. Bedeutungen entwickeln sich nicht aus der Ähnlichkeit zur Natur (Das Wort “Baum” ist keinem realen Baum auch nur annähernd ähnlich.) Aber durch die gesellschaftliche Vereinbarung, über die Bedeutung, erzeugen Worte Bilder in unseren Köpfen. Wir haben ein Bild zur Heulsuse, zum Zickenterror und wir “wissen”, das eine Quasselstrippe weiblich zu sein hat. Wenn uns bewusst ist, welche Bilder durch die Worte transportiert werden, können wir die Wahrheit der Bilder hinterfragen und verändern. Vielleicht reicht es schon, die Worte nicht mehr oder anders zu verwenden. Bewusstsein ist der Schlüssel zur Veränderung!

Gepflegter Sex

“Vagisan – für den gepflegten Sex” lautet der harmlos klingende Slogan des TV-Spots der Werbekampagne einer Feuchtcreme “für einen gepflegten Intimbereich”.

Passender wäre jedoch: “Druckaufbau statt Druck ablassen – dank Vagisan” Denn genau das tut dieses Produkt. Und zwar den Druck, im natürlichen Zustand nicht reinlich genug zu sein, wenn zum eigenen Hygiene-Repertoire nur Wasser und Seife gehören. Und auch die Angst wird geschürt, beim Sex nicht sofort flutschig wie ein Aal zu werden, aber so zu riechen.

Dies ist kein Manifest à la Charlotte Roche und ihrer müffelnden, eiternden und blutenden Feuchtgebiete. Körperpflege muss sein, aber dafür gibt es die Dusche und Duschgels. Wer mag, greift noch zu Rasierer und Schaum. Dann hat sich die Sache doch eigentlich, oder? Warum denken die Hersteller der “pflegenden Feuchtcreme”, dass wir Frauen schon ewig darauf gewartet hätten und nun erleichtert zuschlagen. Die Antwort: Automysophobie – die Angst dreckig zu sein und/oder zu stinken.

Viele Frauen haben diese Phobie. Ich bin eine Frau, ich habe in meinem Leben viele Frauen kennen gelernt. Ich übertreibe nicht. Es ist eine Angststörung. Und die treibt so manche Frau zu den komischsten Denk-, und Verhaltensmustern. Mitten im Vorspiel aufspringen und “sich noch mal frisch machen” ist noch harmlos, gegen all den Aufwand, den viele Frauen betreiben, um unter der Gürtellinie immer frühlings frisch zu riechen. Männer haben keine Ahnung, wie viel Druck sich Frauen machen. Das geht so weit, dass manche Frauen sogar auf Oralverkehr verzichten. Nicht weil sie ihn nicht mögen, sondern weil sie Angst haben, unangenehm aufzufallen. Dieser Druck verleitet uns auch dazu, diese beknackten “Pflegeprodukte” zu kaufen. Und da Angst und Druck nicht gerade als Gefühle bekannt sind, die Frauen so richtig anheizen, trifft es sich gut, das die Pflegecreme angeblich Gleitgel ersetzt. Denn das braucht sie jetzt auch, falls überhaupt noch was geht.

Wer die Schuld aber in der Werbung sucht oder bei Männern, die dumme Sprüche über müffelnde Sexpartnerinnen reißen, liegt falsch. Es ist an uns, ob wir die Botschaft der Werbung kritisch hinterfragen oder glauben, dass wir nur keimfrei wirklich geil sind. Und ob wir auf die Trottel mit den kurzen Penissen (ein Klischee schlägt das andere) hören.

Was ich eigentlich sagen wollte: Manch eine Werbung stinkt mir gewaltig!

Gedeckelt

Auf jeden Topf passt ein Deckel? Klingt nach Druck und das nicht nur bei Schnellkochtöpfen. Druck, den einen passenden Deckel zu finden und ansonsten das ganze Leben lang unvollständig in der Gegen rum zu köcheln.

Alleine der Gedanke, ohne Deckel nicht vollständig zu sein ist ein Irrtum. Wasser, Soßen und Co. kochen auch ohne. Das kostet dann vielleicht ein bisschen mehr Energie, aber Dinge alleine zum Kochen oder Lampen an die Decke und schwere Bilder an die Wand zu bringen macht auch satt und glücklich.

Wem es trotzdem wichtig ist nicht nur sein eigenes Süppchen zu kochen, der darf jetzt aufatmen: Traumfrauen und Traummänner suchen in dem jeweils anderen Geschlecht fast das Gleiche, so eine Studie mit 10.000 Befragten.

94 Prozent der weiblichen Töpfe suchen einen treuen Deckel, das tun auch 90 Prozent der Deckel. Töpfe lieben es zu sprudeln. Der Deckel sollte also für 92 Prozent der Eisenware humorvoll sein. Ob Glas oder Metall, Humor ist auch 85 Prozent der Abdeckungen wichtig.

So viel Einigkeit kann nur zu der Schlussfolgerung führen:

Nehmt mal den Druck vom Kessel – den einen Deckel gibt es nicht.

Es gibt tausende und jeder Deckel ist eine Chance – eine Chance glücklich zu werden.

Und die Deckel machen es uns nicht mal schwer. Auf Platz 4 der Eigenschaften, die eine Traumfrau haben muss, sind sich 84 Prozent der Männer einig – sie sollte weiblich sein…na, das kriegen wir ja wohl noch hin!

Wie viel Sex darf ich haben?

An dieser Stelle verrate ich nun ein lang gehütetes Geheimnis…aber pssss – nicht weiter sagen!

Es gibt Menschen, die mögen Sex. Aber es kommt noch erstaunlicher: es gibt sogar Frauen, die Sex mögen. Und zwar im Durchschnitt mit 6,7 unterschiedlichen Partnern in Ihrem Leben. 

Ich, als mathematisches Genie, runde auf und stelle fest – 7 Männer? Das sind keine zwei Hände voll. Gott sei dank! Denn die Zahl 10 scheint für Frauen die Schallgrenze zwischen Nonne und Hure zu sein.

Der wissenschaftliche und empirisch belegte Beweis dafür? Ein Gespräch an einem Samstag um 5:00-irgendwas am Morgen in der Bahn:

“Hast du schon über 10 Typen?”

“Nein!”

“Gut, ich auch nicht. Dann können wir ja noch!”

Es ist mir egal, dass Männer scheinbar mehr haben dürfen. Der Durchschnittsmann liegt bei 13 Sexpartnern im Leben. Es ist mir so wie so relativ egal was die Kerle so treiben, so lange sie es nicht mit mir tun. Das hier ist kein Geheule über ungerecht Behandlung. Denn Behandlung findet von außen statt.

Aber diese Grenze, also zwei volle Hände, haben wir uns selbst auferlegt. Warum? Ja bin ich Gedankenleser?! Irgendwann muss wohl ein Treffen abgehalten worden sein, zu dem ich nicht eingeladen wurde. Anders kann ich mir das nicht erklären. Es ist nicht so, dass ich für 50 gestimmt hätte. Ich hätte dafür gestimmt, das es total egal ist.

Warum die Mehrheit der Frauen bei 10 zugestimmt hat ist trotzdem noch ein Rätsel für mich. Und mir fallen keine anderen Erklärungsansätze ein, als die gängigsten Klischees: Dem Besitzanspruch der Männer gerecht werden (die hatte keinen außer mir, darum kommt sie gar nicht auf die Idee, ich wäre schlecht. Die denkt, dass gehört so). Evolutionsbiologische Bestimmung der Frau als monogame Babymaschine. Gesellschaftlich konstruiertes Ideal der Keuschheit.

Vielleicht kommt’s mir ja noch…

Kampf ist Krampf

Nur wer kämpft kann gewinnen… oder verlieren… oder wie dieser blöde Spruch auch heißt.

Daran glauben zumindest die Interpreten eine Studie der Uni Innsbruck, laut der Mädchen den Wettbewerb meiden. Dieses Phänomen wird im Alter immer stärker. Die Schlussfolgerung daraus: Selbstbewusstsein ist erlernt.

Äh, Stopp mal! Für den Gedankensprung habe ich zu kurze Beine. Wer hat den bitte schön entschieden, dass Wettbewerb/Wettkampf positiv ist?

Und wie konnte ich mich so in mir selbst irren?! Scheinbar habe ich gar kein Selbstbewusstsein. Der Grund: Ich hasse Wettkämpfe, habe es schon in der fünften Klasse gehasst gegen andere um die Wette zu Sprinten, jemandem den Ball ins Gesicht zu werfen – Synonym: Brennball… wie passend!

Und trotzdem fühl ich mich gar nicht so, als würde es mir an dem Bewusstsein für meine Stärken und Vorzüge, für das was ich gut kann und das was ich nicht kann fehlen – ich bin mir meiner selbst sehr bewusst.

Und ich habe es satt zu hören, dass Kämpfen das Richtige ist. „Zeig mal ein bisschen Kampfgeist, da musst du richtig beißen, Kämpf dich da durch… “

Das bedeutet nicht, dass ich mir alles gefallen lassen, oder wir Frauen generell nur zurückstecke und den eigenen Willen nicht durchsetzen können. Aber warum kämpfen wenn wir Synergien bilde können? Warum die Anderen bekämpfen, wenn man sie auch einfach links liegen lassen kann?! Hat man(n) da schon mal drüber nachgedacht?

Wenn du besser bist in dem was ich tue: BRING IT ON! Dann nehme ich mir ein Beispiel an dir und lerne. Wenn du einfach nur ein Schaumschläger bist, solltest du aufpassen, dass dich dein Schlag nicht selbst trifft.

Ich musst nicht kämpfen, um Stärke zu beweisen! Du?