HEULSUSE, ZICKENTERROR, QUASSELSTRIPPE

…kaum jemandem würde einfallen, bei diesen und ähnlichen Begriffen einen Mann involviert zu sehen – höchstens als willenloses Quasselstrippen-Opfer. Denn in einem waren sich Forscher immer einig: Im Durchschnitt haut Frau täglich wesentlich mehr Wörter raus und dem Mann auch gerne um die Ohren. ABER: dem aufmerksamen Leser ist nicht entgangen, die verlinkte Seite stammt aus dem Jahr 2007. Die Überschrift: “Mythos widerlegt: Frauen und Männer reden gleich viel”. Ja aber hallo?!? Hat das denn keiner mitbekommen? Warum nicke auch ich immer noch, wenn Frauen als gedankenüberflutete Labertaschen und Männer als schweigsame Lufthirne klischeeiert (Achtung – Eigenkreation) werden? Vielleicht, weil unsere Alltagsrealität nicht immer mit wissenschaftlichen Erkenntnissen konform geht. In der Untersuchung ballerte der gesprächigste Mann sogar 47.000 Wörter raus. Und ich weiß auch woher er die genommen hat. Von dem, der nur 500 sprach! Wir können jetzt genau zwei Dinge tun: 1. Das nächste Mal, wenn ein Mann seine Schweigsamkeit mit den Worten: “Naja, Frauen sind halt Quasselstrippen”, zelebriert, nicht viele Worte verlieren: “Stimmt nicht, guck hier!” reicht. (Dabei mit einem wissenden Grinsen den Link oben öffnen) 2.Und wir können unsere Alltagsrealität überdenken. Damit das nicht gleich zu einer Sinnkrise führt, am besten klein Anfangen. Und zwar hiermit: Sprache ist ein soziales Phänomen. Bedeutungen entwickeln sich nicht aus der Ähnlichkeit zur Natur (Das Wort “Baum” ist keinem realen Baum auch nur annähernd ähnlich.) Aber durch die gesellschaftliche Vereinbarung, über die Bedeutung, erzeugen Worte Bilder in unseren Köpfen. Wir haben ein Bild zur Heulsuse, zum Zickenterror und wir “wissen”, das eine Quasselstrippe weiblich zu sein hat. Wenn uns bewusst ist, welche Bilder durch die Worte transportiert werden, können wir die Wahrheit der Bilder hinterfragen und verändern. Vielleicht reicht es schon, die Worte nicht mehr oder anders zu verwenden. Bewusstsein ist der Schlüssel zur Veränderung!

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Wie viel Sex darf ich haben?

An dieser Stelle verrate ich nun ein lang gehütetes Geheimnis…aber pssss – nicht weiter sagen!

Es gibt Menschen, die mögen Sex. Aber es kommt noch erstaunlicher: es gibt sogar Frauen, die Sex mögen. Und zwar im Durchschnitt mit 6,7 unterschiedlichen Partnern in Ihrem Leben. 

Ich, als mathematisches Genie, runde auf und stelle fest – 7 Männer? Das sind keine zwei Hände voll. Gott sei dank! Denn die Zahl 10 scheint für Frauen die Schallgrenze zwischen Nonne und Hure zu sein.

Der wissenschaftliche und empirisch belegte Beweis dafür? Ein Gespräch an einem Samstag um 5:00-irgendwas am Morgen in der Bahn:

“Hast du schon über 10 Typen?”

“Nein!”

“Gut, ich auch nicht. Dann können wir ja noch!”

Es ist mir egal, dass Männer scheinbar mehr haben dürfen. Der Durchschnittsmann liegt bei 13 Sexpartnern im Leben. Es ist mir so wie so relativ egal was die Kerle so treiben, so lange sie es nicht mit mir tun. Das hier ist kein Geheule über ungerecht Behandlung. Denn Behandlung findet von außen statt.

Aber diese Grenze, also zwei volle Hände, haben wir uns selbst auferlegt. Warum? Ja bin ich Gedankenleser?! Irgendwann muss wohl ein Treffen abgehalten worden sein, zu dem ich nicht eingeladen wurde. Anders kann ich mir das nicht erklären. Es ist nicht so, dass ich für 50 gestimmt hätte. Ich hätte dafür gestimmt, das es total egal ist.

Warum die Mehrheit der Frauen bei 10 zugestimmt hat ist trotzdem noch ein Rätsel für mich. Und mir fallen keine anderen Erklärungsansätze ein, als die gängigsten Klischees: Dem Besitzanspruch der Männer gerecht werden (die hatte keinen außer mir, darum kommt sie gar nicht auf die Idee, ich wäre schlecht. Die denkt, dass gehört so). Evolutionsbiologische Bestimmung der Frau als monogame Babymaschine. Gesellschaftlich konstruiertes Ideal der Keuschheit.

Vielleicht kommt’s mir ja noch…